Infos zur aktuellen Situation der Trinkwasserversorgung

Foto: Markus Reiter – Der alte Hochbehälter beim Pflanzenlabyrinth. Das Wasser aus den Quellen Schartner kann seit Ende August 2025 nicht für die Trinkwasserversorgung genutzt werden.

Aufgrund der anhaltenden Trockenperioden und der steigenden Wasserverbräuche im Sommer sieht sich die Gemeinde veranlasst, die Bevölkerung über die aktuelle Versorgungssituation bei der Wasserversorgungsanlage der Marktgemeinde Hofkirchen i.M. zu informieren. Auch wenn einige Maßnahmen umgesetzt wurden, kann noch nicht von einer Entspannung gesprochen werden.

Die laufenden Messung der Hauptquellen der Wasserversorgungsanlage zeigen einen steten Rückgang. Die aktuelle Messung von Anfang Juni 2026 (VOR DEM Sommer) ist praktisch gleich dem Stand so wie im Vorjahr AM ENDE des Sommers (Ende August 2025)

Der tägliche Wasserbedarf liegt derzeit bei 180 – 200 m³ pro Tag, was eine hohe Dauerbelastung für die Wasserversorgung darstellt.

Was bedeuten 200 m³ Wasser pro Tag?

  • 200 m³ entsprechen 200.000 Litern Trinkwasser pro Tag.
  • Das sind rund 400.000 gefüllte 0,5‑Liter-Gläser Wasser oder ca. 1.300 volle Badewannen (à ca. 150 Liter).
  • Diese Menge würde etwa 4.000 Duschen (bei ca. 50 Litern pro Dusche) ermöglichen.
  • Ein durchschn. Haushalt (ca. 3 Pers.) verbraucht ca. 400 Liter/Tag – mit 200.000 Litern könnten daher etwa 500 Haushalte einen Tag versorgt werden.

Oder vergleichen wir es mit einem Pool:
Ein typischer privater Pool fasst etwa 20–35 m³ Wasser. Die tägliche Gesamtmenge entspricht also 5 bis 10 vollständig gefüllten Pools – jeden einzelnen Tag.

Um die Versorgung jederzeit sicherstellen zu können, ist ein verantwortungsvoller Umgang mit unserem Trinkwasser unerlässlich.

Ein Teil der Versorgung wird aktuell durch die Unterstützung der Nachbargemeinde Pfarrkirchen i.M. abgedeckt, die rund 30 % (ca.60 m³ oder 60.000 Liter pro Tag) des täglichen Wasserbedarfs bereitstellt. Diese Zusammenarbeit ist ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Versorgungssituation, kann jedoch auf Dauer nicht unbegrenzt ausgeweitet werden. An dieser Stelle vielen Dank an die Nachbargemeinde Pfarrkirchen i.M.!

Um die Wasserversorgung auch weiterhin aufrecht erhalten zu können, ersucht die Gemeinde alle Bürgerinnen und Bürger und auch Unternehmen um Mithilfe beim Wassersparen. Bereits kleine Maßnahmen im Alltag können eine große Wirkung erzielen.

Einige einfache Tipps zum Wassersparen:

  • Vermeiden Sie das unnötige Laufenlassen von Wasser, etwa beim Zähneputzen oder Rasieren.
  • Duschen statt baden.
  • Verwenden Sie Regenwasser zur Gartenbewässerung, wo dies möglich ist.
  • Gießen Sie Pflanzen in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, um Verdunstungsverluste zu reduzieren.
  • Nutzen Sie wassersparende Geräte und Armaturen im Haushalt und bei Unternehmen
  • Starten Sie Wasch- und Spülmaschinen nur bei voller Beladung.
  • Verzichten Sie möglichst auf unnötige Wasserentnahmen.
  • Keine Autowäsche mit Trinkwasser.
  • Keine Bewässerung von Rasen mit Trinkwasser.

Zusätzlicher Aufruf an Poolbesitzer, die Trinkwasser der Gemeinde verwenden:

Ein Ende April 2026 veröffentlichter Aufruf der Gemeinde zur vorherigen Abstimmung bei der Befüllung privater Pools hat leider nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. Lediglich einige wenige Besitzer von Kleinpools haben sich ordnungsgemäß gemeldet (DANKE). Es ist davon auszugehen, dass zahlreiche private Pools OHNE Abstimmung mit der Gemeinde mit Trinkwasser befüllt wurden.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich dabei um keinen Kavaliersdelikt handelt. Die laufende Beobachtung des Wasserverbrauchs zeigt insbesondere in den Nachtstunden überdurchschnittlich hohe Entnahmen. 

Die Gemeinde fordert daher alle Poolbesitzer, die bei ihrem Pool Trinkwasser aus der Wasserversorgungsanlage der Gemeinde verwenden, eindringlich auf, ihrer Meldepflicht nachzukommen und Befüllungen künftig AUSSCHLIESSLICH in Abstimmung mit dem Gemeindeamt durchzuführen.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass in den kommenden Wochen bei allen Wasserabnehmern der Wasserversorgungsanlage moderne Ultraschallwasserzähler installiert werden.

Unser Trinkwasser ist ein wertvolles Gut und keine Selbstverständlichkeit. Nur durch gemeinsames, verantwortungsbewusstes Handeln kann die Versorgung auch in Zeiten erhöhter Belastung gesichert werden.

Die Gemeinde bedankt sich für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.

Was hat die Gemeinde seit letztem Jahr zur Sicherung der Wasserversorgung bisher unternommen?

Ende August 2025 kam es bei den Schartner Quellen (Alte Quellen) zu einer Verunreinigung, weshalb seit September 2025 kein Wasser daraus in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist werden darf. Dadurch steht der Gemeinde derzeit eine wichtige Wasserressource nicht zur Verfügung. Es handelt sich dabei um rund 1 Liter pro Sekunde, was etwa 90 m³ pro Tag entspricht (ca.600 volle Badewannen jeden Tag)

Für die Sommermonate steht der Gemeinde zusätzlich ein Wassertransportanhänger mit einer Füllmenge von rund 15 m³ zur Verfügung. Damit kann Nutzwasser aus dem alten Hochbehälter beispielsweise für die Bewässerung von Sportflächen oder anderen nicht trinkwasserrelevanten Anwendungen eingesetzt werden. Ziel ist es, hochwertiges Trinkwasser möglichst zu schonen und gezielt einzusetzen.

Um die Versorgung langfristig wieder zu stabilisieren, wurden bisher mehrere Maßnahmen gesetzt:

  • Seit September 2025 läuft die Notversorgung mit Trinkwasser aus Pfarrkirchen.
  • Zusätzlich werden Bohrversuche zur Erschließung neuer Quellen durchgeführt.
  • Parallel dazu wird die Sanierung der bestehenden Schartner Alt-Quelle vorbereitet. Die Ausschreibung für die notwendigen Bauarbeiten erfolgt durch den Gemeinderat Anfang Juli, die Umsetzung und Abschluss aller Arbeiten muss bis Ende 2026 erfolgen.
  • Weiters werden bei allen Verbrauchern Ultraschallwasserzähler in den nächsten Wochen und Monaten eingebaut, um schneller auf Rohrbrüche oder sonstige Fehler in der Wasserversorgung reagieren zu können (siehe auch eigener Artikel zu den Ultraschallzählern.)

Die Gemeinde arbeitet mit Nachdruck an einer nachhaltigen Lösung für die Wasserversorgung. Dennoch ist in der aktuellen Situation ein bewusster und sparsamer Umgang mit Wasser besonders wichtig.

Die Mithilfe aller Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen ist entscheidend, um die Versorgung auch weiterhin sicherzustellen.

Auch wenn einige Maßnahmen umgesetzt wurden, kann noch nicht von einer Entspannung gesprochen werden.

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